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ROSENMONTAG 2027: ZUGLEITUNG BEREITET SICH VOR – UND DER KARNEVAL HAT SEINEN PREIS

Noch sind es knapp vier Monate bis zum Rosenmontag am 8. Februar 2027. Doch während die meisten Düsseldorfer gedanklich noch im Herbst stecken, laufen bei den Organisatoren des größten Karnevalsumzuges der Stadt längst die Vorbereitungen. Wagen müssen gebaut, Gruppen angemeldet, Sicherheitsvorgaben erfüllt und Tausende Menschen koordiniert werden. Dabei zeigt sich einmal mehr, dass der Rosenmontagszug nicht nur ein gewaltiges Gemeinschaftsprojekt ist, sondern auch eine zunehmend kostspielige Veranstaltung.

Besonders deutlich wird das bei den Teilnahmebedingungen des Comitees Düsseldorfer Carneval. Wer 2027 als Fußgruppe durch Düsseldorf ziehen möchte, muss sich auf konkrete Gebühren einstellen. Das CC begründet diese ausdrücklich mit gestiegenen Kosten für die Zugorganisation und die Sicherheit.

33 EURO PRO ERWACHSENEM – WEITERE KOSTEN FÜR FAHRZEUGE

Für erwachsene Mitglieder einer Fußgruppe werden 33 Euro Teilnahmegebühr pro Person fällig. Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre dürfen kostenlos mitziehen. Eine Gruppe mit 30 Erwachsenen muss damit bereits 990 Euro allein für die Teilnahme aufbringen. Kostüme, Wurfmaterial und weitere Ausgaben kommen noch hinzu.

Wer einen eigenen Bagagewagen mitführen möchte, zahlt zusätzlich 250 Euro. Auch für einen vom CC bereitgestellten Bagagewagen beträgt die Mietgebühr 250 Euro, wobei eine Zuteilung nicht garantiert werden kann. Eine Toilettenbox kostet weitere 75 Euro.

Noch teurer wird es bei einem Planwagen mit Traktor, auf dem Personen mitfahren. Dafür werden 500 Euro Teilnahmegebühr erhoben. Dient ein solcher Wagen ausschließlich dem Transport von Gegenständen, gelten die 250 Euro für Bagagewagen.

Gerade kleinere Vereine und Gruppen müssen deshalb sorgfältig kalkulieren. Bei 30 erwachsenen Teilnehmern und einem eigenen Bagagewagen ergeben sich bereits 1.240 Euro. Mit einer zusätzlich gemieteten Toilettenbox wären es 1.315 Euro, noch bevor ein einziges Kamellepäckchen gekauft oder ein Kostüm angefertigt wurde.

Ob und in welchem Umfang sich die Gebühren gegenüber früheren Rosenmontagszügen verändert haben, lässt sich aus den aktuellen Teilnahmebedingungen allein nicht ableiten. Fest steht jedoch, dass die Kosten für die Gruppen einen erheblichen organisatorischen Faktor darstellen.

ANMELDUNG NUR NOCH BIS SILVESTER

Wer mitziehen möchte, muss seine Fußgruppe spätestens bis zum 31. Dezember 2026 anmelden. Die Gebühren sind nach Rechnungsstellung bis zum 15. Januar 2027 zu bezahlen. Erst anschließend erfolgt die Teilnahmebestätigung.

Das CC verlangt neben den Kontaktdaten unter anderem Angaben zur Teilnehmerzahl, zur Kostümierung, zu mitgeführten Fahrzeugen und zum verwendeten Wurfmaterial. Zugelassen werden ausschließlich karnevalistisch kostümierte Fußgruppen. Ein Vereinstrikot oder reine Firmenwerbung reichen ausdrücklich nicht als Karnevalskostüm.

Die Anmeldung erfolgt online unter:

https://www.duesseldorfer-carneval.de/…/fussgruppe…

DIE ZUGLEITUNG 1961 – EHRENAMT HINTER DEM GROSSEN SPEKTAKEL

Während das CC die offiziellen Teilnahmebedingungen veröffentlicht, arbeitet ein anderer Verein ebenfalls längst an den Vorbereitungen: die Zugleitung Düsseldorf 1961 e.V.

Die Zugleitung ist kein gewöhnlicher Karnevalsverein. Ihre Mitglieder kümmern sich um organisatorische und praktische Aufgaben rund um den Rosenmontagszug. Dazu gehören die Unterstützung beim Wagenbau, die Begleitung der Fahrzeuge und zahlreiche Arbeiten, die für das Publikum weitgehend unsichtbar bleiben.

Wie selbstverständlich dieses Engagement für die Beteiligten geworden ist, zeigte sich bereits im September. Damals waren zwölf Mitglieder der Zugleitung damit beschäftigt, Karnevalswagen innerhalb der Wagenbauhalle umzustellen, um Platz für den Tag des Tanzes zu schaffen. Ein Beispiel dafür, dass die Arbeit rund um die großen Karnevalswagen keineswegs erst wenige Wochen vor Rosenmontag beginnt.

Auch digital hat der Verein aufgerüstet. Anfang September präsentierte die Zugleitung ihren grundlegend überarbeiteten Internetauftritt. Die neue Website soll vor allem auf Smartphones besser funktionieren und künftig Informationen zu Zugstrecke, Sperrungen, Teilnehmern und organisatorischen Abläufen leichter zugänglich machen.

In den kommenden Monaten sollen dort weitere Informationen für die Session 2026/27 veröffentlicht werden. Die einzelnen Fachbereiche arbeiten bereits an ihren Vorbereitungen.

Die Internetseite der Zugleitung ist erreichbar unter:

https://zugleitung-duesseldorf.de

SICHERHEIT IST MEHR ALS EINE ABSPERRUNG

Wie anspruchsvoll die Organisation inzwischen ist, zeigen die Sicherheitsbestimmungen für die teilnehmenden Fahrzeuge.

Für jeden Rosenmontagswagen sind Zugbegleiter vorgeschrieben, die sogenannten Wagenengel. Sie müssen mindestens 18 Jahre alt und für ihre Aufgabe geeignet sein. Während des Zuges sorgen sie dafür, dass Zuschauer und insbesondere Kinder ausreichend Abstand zu den Fahrzeugen halten. Für diese Helfer gilt ein striktes Alkoholverbot.

Auch entlang der Strecke müssen zahlreiche Regeln eingehalten werden. Im Aufstellungsbereich auf der Corneliusstraße, Erasmusstraße und Mecumstraße muss der Gleiskörper als Rettungsweg frei bleiben. Wurfmaterial darf erst ab dem offiziellen Zugbeginn an der Herzogstraße verteilt werden.

Beim Auflösen des Zuges gelten ebenfalls besondere Sicherheitsvorgaben. Gerade das unkontrollierte Werfen der letzten Kamelle kann dort zu gefährlichen Situationen führen, wenn Zuschauer plötzlich auf die Fahrbahn laufen.

Solche Regeln erklären, weshalb ein Rosenmontagszug dieser Größenordnung längst nicht mehr allein mit guter Laune, Traktoren und einigen Ordnern organisiert werden kann.

DER ZUGWEG FÜR 2027 STEHT BEREITS FEST

Auch die Strecke ist inzwischen veröffentlicht. Am Rosenmontag, 8. Februar 2027, soll der Zug gegen 12.30 Uhr durch die Düsseldorfer Innenstadt ziehen.

Von der Aufstellung im Bereich Corneliusstraße, Erasmusstraße und Mecumstraße geht es unter anderem über die Graf-Adolf-Straße zur Königsallee, weiter durch die Altstadt über Burgplatz und Marktplatz sowie anschließend über den Carlsplatz und die südliche Innenstadt zurück in Richtung Elisabethstraße.

Für die Wagen bedeutet das nach dem eigentlichen Umzug noch längst keinen Feierabend. Sie müssen geordnet aus dem Zug herausgeführt und schließlich zurück zur Wagenbauhalle gebracht werden. Auch dabei sind die Mitglieder der Zugleitung gefordert.

ZWISCHEN BRAUCHTUM, EHRENAMT UND WACHSENDEN KOSTEN

Der Düsseldorfer Rosenmontagszug lebt von seinen Wagenbauern, den Karnevalsvereinen, Musikgruppen, Fußgruppen und den vielen ehrenamtlichen Helfern. Ohne sie gäbe es weder die farbenprächtigen Bilder auf der Königsallee noch die berühmten politischen Mottowagen, die Düsseldorf jedes Jahr weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machen.

Gleichzeitig wird deutlich, dass dieses Brauchtum unter immer anspruchsvolleren organisatorischen Bedingungen stattfindet. Sicherheitskonzepte, Fahrzeuge, Genehmigungen, Logistik und Personal verursachen Kosten, die irgendwie finanziert werden müssen.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob ein großer Rosenmontagszug Geld kostet. Das tut er selbstverständlich. Interessant ist vielmehr, wie sich diese finanzielle Belastung langfristig auf die Teilnahme kleinerer Vereine, unabhängiger Gruppen und engagierter Karnevalisten auswirken wird.

Denn der Düsseldorfer Karneval lebt gerade von seiner Vielfalt. Von den großen Traditionsgesellschaften ebenso wie von den kleinen Gruppen, die mit selbst gebastelten Kostümen, originellen Ideen und viel Herzblut am Straßenkarneval teilnehmen.

Noch ist Rosenmontag einige Monate entfernt. Für die Zugleitung, die Wagenbauer und viele Vereine hat die Arbeit für den 8. Februar aber längst begonnen.

Und damit auch die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Düsseldorf 2027 wieder einen sicheren, bunten und möglichst vielfältigen Rosenmontagszug erleben kann.

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